Claudia Böhme
Historikerin, Autorin und Kuluturvermittlerin
Claudia Böhme studierte Geschichte und Literaturwissenschaften, anschließend Fachdidaktische Vermittlungswissenschaften für die Fächer Geschichte und Kunstpädagogik, an der Universität Augsburg. Seit 2012 arbeitet sie als Freie Kulturvermittlerin, seit 2013 als Autorin in der Audiodeskription. Seit 2016 berät Sie Museen bei der Planung und Umsetzung von Angeboten für blinde und sehbehinderte Menschen.
Inklusion ist mehr als ein Projekt – Gedanken zur dauerhaften und nachhaltigen Arbeit an inklusiven Programmen
In Deutschlang gibt es etwa 6.800 Museen und 470 Ausstellungshäuser. Nur ein kleiner Teil der Einrichtungen verfügt über barrierefreie Angebote in Dauerausstellungen, in Form von regelmäßigen Führungen oder Workshops. Auch wenn laufend mehr Zugangsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen entstehen, kann von einer großen Dichte nicht die Rede sein. Leider ist es immer noch häufig möglich, dass sich Kultureinrichtungen der Schaffung von inklusiven Angeboten entziehen, indem Mängel an personellen und finanziellen Ressourcen vorgetragen werden. So gut wie nie werden Ausstellungskonzepte oder digitale Anwendungen durch diverse Teams entwickelt. Die Tatsache, dass Inklusion Bestandteil von Förderanträgen ist, bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie gut und zweckmäßig umgesetzt wird. Es bedarf weiterhin einer Bewusstseinsbildung, einer Umverteilung von Finanzmitteln sowie der Einbindung von Expert*innen und Nutzer*innen auf Augenhöhe, um Inklusion gelingen zu lassen.