Brigitte Vogel-Janotta
Leiterin des Fachbereichs Bildung und Vermittlung im Deutschen Historischen Museum Berlin
Seit 2005 leitet sie den Fachbereich Bildung und Vermittlung am Deutschen Historischen Museum in Berlin. Als Sprecherin der Arbeitsgruppe Inklusion und Projektleiterin des Outreach-Projekts „Aufklärung NOW“ im Rahmen der Ausstellung „Was ist Aufklärung? Fragen an das 18. Jahrhundert“ setzt sie sich aktiv für kulturelle Teilhabe und neue Vermittlungsformate ein.
Ihr berufliches und wissenschaftliches Interesse gilt der vergleichenden Gesellschaftsgeschichte sowie der historischen und politischen Bildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im musealen Kontext. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der inklusiven Vermittlung von Geschichte mithilfe vielfältiger Methoden und Medien sowie der Förderung historischer Kompetenzen.
Sie studierte Germanistik, Geschichte und Sozialkunde auf Lehramt an den Universitäten Innsbruck und Wien und absolvierte anschließend ein weiterführendes Studium zur deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Freien Universität Berlin. Nach mehreren Jahren in der Erwachsenenbildung und in der Einzelfallhilfe für Jugendliche – sowohl mit als auch ohne Migrationsgeschichte – ist sie seit 1990 als Referentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an kulturhistorischen Ausstellungen in Berlin tätig.
Von Barrierearmut zur Inklusion
„Museen … müssen in ihrer Gesamtstruktur inklusiv aufgestellt werden. Inklusion ist eine Querschnittsaufgabe, die sich als roter Faden durch das gesamte Hause ziehen muss.“ Das ist das Ergebnis eines dreieinhalbjährigen Verbundprojektes mit mehreren deutschen kulturhistorischen Museen. Ausgehend von der UNHCR-Behindertenkonvention über das Grundgesetz, das Bundesteilhabegesetz und Empfehlungen der Bundesregierungen ist es Pflicht für öffentlich geförderte Institutionen, diese Gesetze umzusetzen. Wie kann jedoch Inklusion gelingen ohne Exklusion zur Folge zu haben. Was bedeutet Inklusion im Museum, und was verstehen wir unter einem Museum für Alle.
In dem Vortrag geht es um Mehrsprachigkeit, Mehr-Sinne-Prinzip, Angebote für blinde und sehbehinderte, gehörlose und schwerhörige Personen sowie um Besucher und Besucherinnen mit Lernschwierigkeiten im DHM. Wer wird jedoch durch diese Auswahl ausgeschlossen? Welche Herausforderungen gehen für Museen mit inklusiven Angeboten einher?